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Friedensförderung im Nahen und Mittleren Osten

Programm: Friedensförderung im Nahen und Mittleren Osten

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Wir unterstützen einen gerechten Frieden in Palästina und Israel, der von den Betroffenen selbst definiert wird, durch

  • die Kooperation mit gewaltfreien Bewegungen vor Ort
  • Pilger- und Solidaritätsreisen
  • die Mitorganisation der Olivenerntekampagne, bei der internationale Freiwillige palästinensische Bauern und Bäuerinnen auf ihre Felder begleiten, damit diese nicht von Siedler/innen oder dem israelischen Militär vertrieben werden
  • die Entsendung von Menschenrechtsbeobachter/innen in Dörfer und Städte im Westjordanland und nach Jerusalem, die besonders von der Gewalt der Besatzung betroffen sind. Dieses Programm wird in Kooperation mit der Diakonie Austria und Pax Christi Österreich im Rahmen des Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel (EAPPI) durchgeführt.
  • die Entwicklung eines Middle East Peace Teams

Alle Aktivitäten im Rahmen dieses Programms erfolgen unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen des Konflikts in der gesamten Region sowie auf der Basis eines eigens entwickelten Grundsatzpapiers, das auch die besondere Mitverantwortung Österreichs am Nahostkonflikt thematisiert.

 

Seit vielen Jahren unterstützt der österreichische Versöhnungsbund gewaltfreie Initiativen in Israel und Palästina, die sich für einen gerechten Frieden im Nahen Osten einsetzen. Im Juni 2016 beschloß der Versöhnungsbund ein Grundlagenpapier für unsere Arbeit im Nahen und Mittleren Osten, speziell im israelisch-palästinensischen Konflikt, das die Basis für unser Engagement bildet: zum Grundlagenpapier

 

Aktivitäten

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1. Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI)

2002 wurde dieses Programm vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) auf Anfrage der Kirchen in Jerusalem nach einer schützenden, internationalen Präsenz ins Leben gerufen, seit 2009 wird es auch vom ÖRK in Österreich unterstützt und durch die drei Trägerorganisationen Diakonie Austria, Pax Christi Österreich und Internationaler Versöhnungsbund in die Tat umgesetzt. Bis 2016 waren insgesamt 12 „Ökumenische Beleiter_innen“ (Ecumenical Accompaniers – EAs) aus Österreich in dreimonatigen Einsätzen im Westjordanland und in Jerusalem tätig, um gewaltfreie Bemühungen von Palästinenser_innen und Israelis für einen gerechten Frieden und ein Ende der Besatzung zu unterstützen, von Gewalt bedrohte Personen zu begleiten und Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren sowie darüber öffentlich zu informieren. Ihre Berichte sowie weitere Informationen über das Programm sind auf den Webseiten von EAPPI-Österreich www.eappi-austria.at bzw. EAPPI international www.eappi.org zugänglich.

Die zweite Säule neben der direkten Präsenz vor Ort bildet die Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit zur Situation und zu Handlungsmöglichkeiten in Österreich. Diese wird beispielsweise durch Vorträge zurückgekehrter Freiwilliger, Medienarbeit, Veranstaltungen oder Vorsprachen bei politischen Stellen verwirklicht. Kontaktadresse für nähere Informationen bezüglich des Einsatzes als Freiwillige_r, Unterstützungsmöglichkeiten für das Programm usw. ist die Nationale Koordination bei der Diakonie Austria (eappi@diakonie.at).

 

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2. Pilger- und Solidaritätsreisen

Unter dem Motto „Kommt und seht!“ bietet der Versöhnungsbund Gelegenheiten, die Realitäten im „Heiligen Land“ aus eigener Erfahrung – über die Möglichkeiten einer reinen Tourismus- oder Pilgerreise hinausgehend – kennenzulernen. Von 2004 bis 2012 organisierten wir gemeinsam mit dem International Women’s Peace Service/IWPS jeden Herbst eine deutschsprachige Gruppe von freiwilligen Teilnehmer_innen an der Olivenernte in Palästina, die durch ihre Präsenz dazu beitrugen, Übergriffe auf palästinensische Familien, die ihre Oliven unter schwierigen Bedingungen (Mauer, Siedlungen) ernten müssen, zu verhindern. Im Herbst 2016 findet in Zusammenarbeit mit Pax Christi erstmals eine zehntägige Solidaritätsreise nach Israel und Palästina statt, bei der Begegnungen mit engagierten Organisationen und Personen auf allen Konfliktseiten sowie die Mithilfe bei der Olivenernte in einem Friedensprojekt in Bethlehem im Zentrum stehen.

 

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3. Kooperation mit und Unterstützung von gewaltfreien Bewegungen in der Region

Auf eigene Initiative oder in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen in Österreich organisieren wir fallweise Veranstaltungen bzw. Besuchsreisen mit gewalfreien palästinensischen und israelischen Friedensaktivist_innen, z.B. mit VB-Mitgliedern aus der Region oder im Rahmen von Vernetzungstreffen von EAPPI (zuletzt 2013). Weiters unterstützen wir Kampagnen israelischer und palästinensischer Organisationen beispielsweise gegen die Besatzung, gegen die Zerstörung von Häusern und ganzer Dörfer (Susiya 2015), gegen die Diskriminierung palästinensischer Bevölkerungsgruppen in Israel (v.a. Beduin_innen) oder für israelische Wehrdienstverweigerer_innen durch Stellungnahmen, Eilaktionen und Informationstätigkeit in Österreich.

Im Dreijahresprogramm für unsere Arbeit zum Nahen Osten sind mittelfristig außerdem die Abhaltung eines Begegnungsforums bzw. einer Konferenz gewaltfreier Gruppen und Organisationen aus der Region (2017) und die Entwicklung eines Friedensdienst-Pilotprojekts „Middle East Peace Team“ vorgesehen, insofern sie den Bedürfnissen der Aktiven im Konflikt entsprechen.

Auch wenn der Versöhnungsbund bisher kein Programm zu anderen Krisenherden im Nahen und Mittleren Osten ausgearbeitet hat, verfolgen wir die Entwicklungen in der Region (Syrien, Irak, Iran, Saudi-Arabien, Jemen, Türkei) und nehmen an verschiedenen Aktivitäten wie der Delegationsreise von War Resisters International in die Südosttürkei im April 2016 teil.

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