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ORF Beitrag zu Kolumbien

Juli 29, 2016 |

Der Gewalt trotzen: Die kolumbianische Friedensgemeinde San José de Apartadó

In einer der größten Krisenzonen Kolumbiens – der Provinz Urabá im Grenzgebiet zu Panamá – besteht seit fast 20 Jahren ein außergewöhnliches Friedensprojekt: Aus ihren Dörfern brutal vertrieben, organisierten sich die lokalen Kleinbauern und gründeten mit Hilfe der örtlichen Diözese ein neutrales, unbewaffnetes Friedensdorf. Seither leben sie in San José de Apartadó unter ständiger Bedrohung ihren gewaltfreien Widerstand und verteidigen ihr Recht auf Land, Leben und Würde. In dem seit fünf Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg wurden 220.000 Menschen ermordet, sieben Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer wurden Flüchtlinge im eigenen Land, fast zehn Millionen Hektar Land wurden gewaltsam eingenommen und 25.000 Menschen sind spurlos verschwunden. In diesem Kontext sind nicht zuletzt Verteidiger von Menschenrechten höchst gefährdet, 63 Aktivistinnen und Aktivisten wurden allein im vergangenen Jahr ermordet. Sie bekommen daher internationale Unterstützung, unter anderem durch den Versöhnungsbund aus Österreich: Die Salzburgerin Laetitia Sengseis arbeitet in der Friedensgemeinde San José de Apartadó als sogenannte Schutzbegleiterin und hilft der Zivilbevölkerung, ihr Recht auf Unparteilichkeit im bewaffneten Konflikt geltend machen zu können. Bericht: Caroline Haidacher