Rss Feed Facebook button Youtube button

Neuerscheinung: Verwandlung der Mächte. Eine Theologie der Gewaltfreiheit

März 17, 2014 |

Walter Wink
Verwandlung der Mächte.
Eine Theologie der Gewaltfreiheit, Regensburg 2014                                    

Walter Wink

 

176 S.; 19,95 Eur;
ISBN: 978-3-7917-2591-8

 

In der Auseinandersetzung mit der biblischen Rede von „Mächten und Gewalten“ sucht Walter Wink[1] einen neuen Zugang zum Verständnis unserer Welt. Für Walter Wink sind die „Mächte“ die spirituelle Innenseite einer jeden menschlichen Institution. Die Dramatik der „Mächte und Gewal­ten“ besteht für Wink darin, dass sie seit Jahrtausenden unterein­ander und mitein­ander verknüpft sind zu einem Herr­schaftssystem. Dieses Herrschafts­sys­tem legiti­miert sich durch den Mythos erlösender Ge­walt. Für Wink ist die wir­kungsmächtigste Religion nicht das Christentum, sondern der Glau­be an eine erlösende Macht der Gewalt. Die Rückführung der Mächte zu ihrer wahren Berufung bedeutet daher die Heraus­lö­sung der Mächte aus dem Mythos erlösender Gewalt.

Aktive Gewaltfreiheit ist für Wink die einzig mögliche Heraus­for­derung eines Herrschaftssystems, das wesentlich auf Gewalt gegründet ist. Gewaltverfallene Mächte können nie durch Gewalt bekämpft wer­den, weil Gewalt das bestärkt, was sie bekämpft. Aktive Gewaltfreiheit ist für Wink die Botschaft Jesu in der Bergpredigt. Jesu hat für ihn in umfassender und radikaler Weise eine Gegenposition zum Herrschaftssys­tem mit seiner inhärenten Gewalt­ver­fallenheit bezogen. Wink spricht vom dritten Weg Jesu, den die Kirchen viel zu selten ver­standen hätten und viel zu selten gegangen seien.

Wink entwickelt auf diese Weise eine Befreiungs­theologie für den reichen Norden dieser Erde. Weil Gewalt die eigent­liche Religion unserer Zeit ist, der Mythos der erlösenden Gewalt unsere gesamte Kultur und Gesellschaft prägt und die biblische Botschaft eine Botschaft erlösender Gewaltfreiheit ist, die Botschaft eines Gottes, der es über Gerechte wie Ungerechte regnen lässt und alle einschließt in sein Erbarmen, darum ist diese Befreiungs­theologie inhaltlich vor allem eine umfassende Theologie des Friedens und der Gewalt­freiheit.

 

 



[1] amerikanischer Theologe, Professor für Biblische Exegese, Mitglied des Fellowship of Reconciliation/USA), lange Jahre Mitarbeit in der Zeitschrift des Versöhnungsbundes (Kolumne „Nonviolence in the Arena“). Berühmt wurde er durch die sog. Powers Trilogie (Naming the Powers; Unmasking the Powers; Engaging the Powers.) Das vorliegende Buch ist eine Übersetzung von The Powers That Be (1998), indem Wink die Ergebnisse seiner langjährigen Arbeit zusammengefasst hat.