Ikonen der Gewalt stürzen – Sommer

Sommeraktion

Sprachliche Ikonen

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Grundidee

Wörter schaffen Realität

Dass Worte verletzen können haben wir alle schon erfahren. Dass jedoch auch solche Worte verletzten können, die auf den ersten Blick gar nichts Gewaltvolles an sich haben, ist uns vielleicht weniger bewusst.

„Heimat“, heißt es, und mancher meint damit einen Ort, wo ich hingehöre, du aber nicht. Oder er sagt verächtlich „Willkommenskultur“ und meint eigentlich eine Unkultur, die kein Vorbild an Gastfreundschaft beschreibt, sondern Naivität und eine verantwortungslose Gefährdung von Mensch und Besitz.

Wie wir die Welt sehen, erfassen, sortieren… ist grundlegend mit unserer Sprache und unserem Sprachgebrauch verbunden. Darum manifestiert sich die Gewalt, die uns umgibt, auch hier. Das funktioniert aber ebenfalls in die andere Richtung: Gewalt in der Sprache, die Bedrohung propagiert, einschüchtert, Ängste schürt, wird als Rechtfertigung für Gewalttaten gebraucht.

 

Wie stürzt man eine sprachliche Ikone der Gewalt?

Wir wollen Worte durch Neubesetzung zurückerobern, ihre implizierten Bedeutungen offen legen und Kommunikation als verbindendes Werkzeug anstatt als Instrument zur Manipulation nutzen. Dabei ist jede und jeder Einzelne dazu aufgefordert, dies im täglichen Leben zu tun. In unserem Projekt wollen wir eine Methode erarbeiten und vorstellen, die uns im Alltag dabei helfen kann.

 

Worte und ihre Schatten

Als Schatten bezeichnen wir alles, was mit dem Wort im Gebrauch „mitgemeint“ ist und ihm in der Vergangenheit bereits an Bedeutungen zugeschrieben wurde. Vielleicht war das Wort ursprünglich neutral oder sogar positiv besetzt, birgt aber jetzt Gewaltpotential.

 

Wie kann man damit umgehen?

  1. Aufmerksam hören und lesen, eventuell nachfragen
  2. Schatten visualisieren
  3. Reflexion darüber, was das Wort mir bedeutet/was ich will dass es bedeutet
  4. Diese Überlegungen klar formulieren
  5. Worte so verwenden

 

Projektaufbau

Exemplarisch soll diese Methode vorgestellt werden – als Angebot für Menschen, die in ihrem Alltag der zunehmenden Gewalt in der Sprache entgegenwirken wollen. In einer Ausstellung möchten wir  Plakate präsentieren, die den Schatten einzelner Worte beleuchten und alternative Deutungshorizonte aufzeigen.

 

Wie kann man mitmachen?

Gestalte ein Plakat

  1. Finde ein Wort, dessen Schatten du verändern möchtest
  2. Sammle seine Schattenbegriffe (es hilft dafür das Gespräch mit anderen zu suchen)
  3. Kreiere eine positive Vision für das Wort – was könnte es im Idealfall bedeuten? Wie kann es als verbindendes Kommunikationselement gebraucht werden?
  4. Setze deine Überlegungen grafisch um: Gestalte ein Plakat (IRL oder virtuell)
  5. Schicke uns das Plakat!

 

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Wer Lust darauf hat, in einer größeren Gruppe gemeinsam Plakate zu gestalten, kann dies mit uns bei unserem nächsten Treffen am 27. Juni 2016 ab 17:30 Uhr tun! Dort werden auch mögliche Ausstellungsorte und Weiteres zum Projekt besprochen – vorbeikommen lohnt sich also auf jeden Fall!

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